Literaturfarbton

Literatur in Öl und Klaviersynthese

In dieser Welt entstanden Schriften.
Bunt bemalt und in Klavier getaucht.


Emerson 1836

Öl auf Leinwand 0,90m x 1,20m
Gemälde 02-2018
Klavieraufnahme 09-01-2021

E m e r s o n . 1 + E m e r s o n . 2

Literatur: Ralph Waldo Emerson – Nature
Label: American Renaissance Books
Gesprochen von Sam Torode
Erstmals erschienen, 1836

Instrumente: Klavier, Software Synthesizer

Die amerikanische Philosophie der Natur

Emersons Natur ist ein doppelbödiges Buch. Vordergründig geht es um das Wesen der Natur und darum, wie der Mensch durch diese zu sich selbst finden kann. Eher über Gefühle als über konkrete Handlungsanweisungen versucht Emerson eine bestimmte Haltung zu entwerfen: durch die unverfälschte Wahrnehmung der Natur sein eigenes Wesen zu entdecken. Auf einer zweiten Ebene aber ist dieses Plädoyer, der eigenen Wahrnehmung mehr zu trauen als allem anderen, auch eine handfeste politische Aussage – nämlich die, sich von überkommenen Vorstellungen zu lösen, und das heißt vor allem von dem europäischen Erbe. Deshalb ist Natur ein sehr amerikanisches Buch. Wie ein fernes Echo spricht hier eine Stimme aus jener Zeit, als Amerika seine kulturelle Identität zu entwickeln begann. Die Denkweise, die Emerson u. a. pflegten, wird in der Philosophie als Transzendentalismus bezeichnet – ein nicht sehr glücklicher Begriff, denn es handelt sich weniger um eine philosophische Schule als um eine geistig-moralische Haltung, die oft konkrete politische Konsequenzen hatte. So war Emersons Eintreten gegen die Sklaverei, die er als der natürlichen Ordnung zuwiderlaufend empfand, seinerzeit nicht ungefährlich. In diesem Buch aber, seinem ersten, ist von Politik nur wenig die Rede. Es ruht in sich selbst und ist von tiefer Weisheit durchdrungen.

Quelle: https://www.getabstract.com/de/zusammenfassung/natur/6029


Thoreau 1849

Öl auf Leinwand 1,00m x 1,00m
Gemälde 12-2018
Klavieraufnahme 01-01-2021
Synthesizeraufnahme 01-01-2021

T h o r e a u . 1 + T h o r e a u . 2

Literatur: Henry David Thoreau – Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat

Erstmals erschienen, 1849

Instrumente: Klavier, Software Synthesizer

Revolution gegen die Ungerechtigkeit

Als 1861 der amerikanische Bürgerkrieg ausbrach, erklärte Henry David Thoreau, dass er niemals mehr genesen werde: „Denn dieses Land macht mich krank.“ Der Schriftsteller litt zu diesem Zeitpunkt bereits längere Zeit an einer schweren Tuberkulose. Krank machte ihn aber auch die schwere moralische Schuld, die die amerikanische Regierung seit Jahren anhäufte: durch die Sklaverei, den Krieg gegen Mexiko und nun auch noch den Krieg im eigenen Land. Mehr als zehn Jahre zuvor hatte Thoreau eine Nacht im Gefängnis verbracht, weil er partout seine Steuern nicht zahlen wollte – seine Form des Protests gegen die Regierung, die mit seinen Steuergeldern Kriegsgerät für den Raubzug in Mexiko und Fesseln für die afrikanischen Sklaven auf den Baumwollfeldern der Südstaaten erwerben wollte. Seinen tief empfundenen Groll gegen einen Staat, der Unrecht tat und die Gerechtigkeit mit Füßen trat, schrieb sich Thoreau in seinem Essay Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat von der Seele. Das dünne Büchlein gehört zu den wenigen Werken, von denen man mit Recht behaupten kann, dass sie die Welt verändert haben: Für Bürgerrechtler und Kriegsgegner gehört es zur Grundbildung, bei den Hippies genoss es Kultstatus, Martin Luther King hat es zitiert und Mahatma Gandhi hat es in sein Konzept des gewaltlosen Widerstands eingebaut.

Quelle: https://www.getabstract.com/de/zusammenfassung/ueber-die-pflicht-zum-ungehorsam-gegen-den-staat/14150


Hesse 1922

Öl auf Leinwand 1,00m x 1,00m
Gemälde 11-2018
Klavieraufnahme 24-01-2021

Literatur: Hermann Hesse – Siddhartha

Erstmals erschienen, 1922

Instrumente: Klavier

Ein indischer Lebenslauf

Der Zusammenbruch der europäischen Welt infolge des Ersten Weltkriegs erschien vielen wie der totale Untergang. Hermann Hesse war von der Krise der westlichen Zivilisation und ihrer Werte zutiefst erschüttert. Seiner Herkunft aus einer Missionarsfamilie wegen sehr religiös geprägt, fand er in den überkommenen Formen von Glauben und Theologie keinen Halt mehr. Beeinflusst von seinem Studium fernöstlicher Religionen und Weisheitslehren sowie von seiner Reise nach Ceylon und Sumatra im Jahr 1911 suchte er eine Brücke zwischen Orient und Okzident zu schlagen. Ihn beschäftigte die Frage nach dem gemeinsamen Kern aller Religionen und danach, was dieses Urreligiöse über einen selbst und das Leben an sich sagt. In Siddhartha schildert Hesse den Werdegang eines Brahmanensohns. Für diesen sind die Gemeinschaft der Asketen und seine Begegnung mit Buddha als Daseinserfahrung genauso wichtig wie sein weltliches Leben als Kaufmann und seine Liebe zu der schönen Kamala. Auf poetische Weise, in entfernter Anlehnung an eine Heiligenlegende, gestaltet Hesse die lebenslange Suche Siddharthas nach dem Sinn des Seins in der Welt.

Quelle: https://www.getabstract.com/de/zusammenfassung/siddhartha/4386